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November 20, 2011 / wirkollegen

I-Kinder

Sie sind da.
Sie waren natürlich schon immer da, aber nun kommen auch immer mehr zu uns. Vorher waren sie meist an Förderschulen, nun werden diese geschlossen und sie sind auch bei uns, die I-Kinder – nach der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung, nach der Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigungen jetzt einen Rechtsanspruch auf inklusive Bildung haben.

Wie ein Kollege treffend in der Raucherecke feststellte: unser Sprachgebrauch ist manchmal reichlich unsensibel, ja die liebe Sprachökonomie und der berufsmäßige Tunnelblick. Es ist nicht so geneint, wie es klingt, die Integrationskinder sind natürlich willkommen.
Aber wie sieht es mit dem Recht auf entsprechende Förderung aus? Recht gibt es – Förderung nicht, zumindest nicht bei uns, man kann ja nicht alles haben, vielleicht reicht ja auch das Recht, oder?

Klugerweise hat man in einige der 7. Klassen die Förderkinder konzentriert integriert – weil, kann man ja dann gezielter fördern. Bei dieser Idee blieb es aber dann. Denn was braucht man? Richtig. Personal! Und das fehlt schon mal so oder so -sprich, der reguläre Unterricht kann schon mal nicht abgedeckt werden, weil irgendwie Lehrer fehlen. Es gibt Fächer, die werden in ganzen Jahrgängen nicht erteilt. Geht nicht? Doch! Aber egal – ich schweife ab.
Also tolle Idee: mehrere Integrationskinder in eine Klasse, weil dann tolle Förderung. Aber nun? Keine Doppelsteckung in keiner Stunde und auch sonst keine Unterstützung der unterrichtenden Lehrer. Klasse voll, also 25-26 Schüler und fröhlich jeder alleine – man ist ja Pädagoge, oder? Kann ja nicht so schwer sein. Ein Sonderpädagoge an der Schule? Vielleicht fährt jeden Morgen einer dran vorbei und seine Aura färbt ein wenig ab, das war’s dann aber auch. Natürlich stehen jedem I-Kind 3 Wochenstunden extra zu zu, oder anders formuliert: in einer Klasse mit 4 I-Kindern sollten 12 Stunden pro Woche beispielsweise 2 Lehrer unterrichten. Da es aber an Lehrern fehlt, weil es sind so viele sehr lange krank, wird erst mal versucht, dieses Loch irgendwie zu stopfen. Womit? Mit Quereinsteigern (das sind kluge Menschen, die was Kluges studiert haben und nun Lehrer werden möchten, es aber noch nicht sind) oder mit PKB-Kräften (das sind auch keine Lehrer, sondern kluge Menschen, die als Honorarkräfte an der Schule arbeiten und ihr Bestes tun). Gefühlt arbeiten an unserer Schule 25% Nicht-Lehrer. Und auch die dürfen dann in den Klassen arbeiten, in denen besonders viele Kinder mit Förderbedarf untergebracht sind. Aber ich schweife schon wieder ab.

Die Situation ist doch die: ces wird etwas „umgesetzt“, das schon bei korrekter Umsetzung fragwürdig umgesetzt wird, wie die Stellungnahme der GEW zeigt.  In der Praxis –  das absolute Chaos auf Kosten der Integrationskinder, der Lehrer und der Mitschüler.

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